Gebrauchsanweisung Gabelstaplerbatterien
Sicherheitshinweise, Inbetriebnahme, Ladevorgaben, Wartungsplan und optionale Systeme für Traktionsbatterien (PzS, PzB, PzV) – kompakt zusammengefasst und als PDF zum Ausdrucken für Ihren Laderaum.
Stand: 08/2023 · Herausgeber: SIGA Batteries GmbH, Casterfeldstr. 66–72, 68199 Mannheim
Warnsymbole und ihre Bedeutung
Gebrauchsanweisung lesen
Gebrauchsanweisung und Sicherheitsvorschriften vor Arbeiten an der Batterie gründlich durchlesen.
Augenschutz tragen
Bei allen Arbeiten an der Batterie Schutzbrille und Schutzkleidung tragen.
Kinder fernhalten
Säure, Batterien und Ladegeräte für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Funkenbildung vermeiden
Kurzschlüsse, elektrostatische Entladungen und Funken beim Umgang mit Kabeln und Geräten vermeiden.
Explosionsgefahr
Beim Laden entsteht ein hochexplosives Knallgasgemisch – Rauchen, offenes Feuer und Funken sind verboten.
Verätzungsgefahr
Batteriesäure ist stark ätzend: Schutzhandschuhe und Augenschutz tragen, Batterie nicht kippen.
Warnvermerk
Batterien nicht ungeschützt dem direkten Tageslicht aussetzen. Entladene Batterien können einfrieren (Gefrierpunkt bei 50 % Ladezustand −15 °C) – das Gehäuse wird undicht.
Entsorgung & Recycling
Altbatterien bei einer Sammelstelle abgeben, beschädigte Batterien in säuredichten Behältern transportieren – niemals über den Hausmüll entsorgen.
1. Sicherheitshinweise
- Wartungsarbeiten dürfen nur von Fachpersonal durchgeführt werden.
- Transport und Einbau sorgfältig und mit geeigneter Sicherheitsausrüstung durchführen.
- Arbeiten in der Nähe der Batterie stets mit Schutzbrille und Schutzkleidung ausführen.
- Der Elektrolyt ist stark ätzend: bei Haut- oder Augenkontakt sofort mit reichlich Wasser spülen und umgehend einen Arzt aufsuchen.
- Das Einatmen der Gase über der Batterie – besonders während des Ladevorgangs – vermeiden.
- Rauchen, offenes Feuer und Funken sind verboten (Explosions- und Brandgefahr).
- Keine Metallteile auf die Batterie legen – Kurzschluss- und Beschädigungsgefahr.
- Anschlüsse schützen, nicht schlagen oder knicken. Metallteile der Batterie stehen stets unter Spannung (Stromschlaggefahr).
Im Notfall
Die richtige Wahl des Ladegeräts
Der erforderliche Ladestrom ergibt sich aus der Nennkapazität der Batterie:
Batterie-Ah × 0,16 = Ladestrom in A
Beispiel: 500 Ah × 0,16 = 80 A Ladestrom. Konventionelles Ladegerät 100 A, Hochfrequenz-Ladegerät 80 A. Der Wert wird mit einem Handmultimeter gemessen.
Wichtiger Hinweis
2. Inbetriebnahme
Prüfen Sie die Batterie zunächst auf mechanische Schäden. Stecker müssen fest verschraubt und gut verbunden sein, die Polarität ist beim Anschließen zwingend zu beachten – eine Verpolung beschädigt Batterie und Ladegerät.
| Parameter | Vorgabe |
|---|---|
| Anzugsmoment der Anschlüsse | 25 ± 2 Nm |
| Maximale Entladetiefe | 80 % der Nennkapazität (Tiefentladung vermeiden) |
| Mindest-Säuredichte am Entladeende | 1,13 kg/l |
| Idealer Ladezustand vor dem Laden | 30 – 80 % |
| Raumtemperatur beim Laden | 15 – 25 °C, ausreichende Belüftung |
| Elektrolyttemperatur beim Ladestart | mind. 10 °C, maximal 45 °C |
| Nachfüllen | ausschließlich deionisiertes Wasser – niemals Elektrolyt |
| Ladestrom Ausgleichsladung | max. 5 A pro 100 Ah Nennkapazität |
Ladevorgang richtig durchführen
- Ladegerät berechnen: Batterie-Ah × 0,16 = Ladestrom. Beispiel: 500 Ah × 0,16 = 80 A.
- Konventionelles Ladegerät: 100 A – Hochfrequenz-Ladegerät: 80 A (Beispiel 500 Ah).
- Gelegenheitsladungen sind für PzS/PzB Traktionsbatterien nicht zulässig.
- Batterie täglich laden, außer sie ist weniger als 10 % entladen – dann genügt der nächste Tag.
- Ladegerät ausschalten, bevor es an die Batterie angeschlossen wird.
- Laden mit geöffnetem Fahrzeugdeckel und geschlossenen Füllstopfen.
- Ladung ist beendet, wenn Säuredichte und Spannung länger als zwei Stunden konstant bleiben.
- Wasser immer erst nach dem Laden nachfüllen – nie bei nicht vollständig geladener Batterie.
- Ausgleichsladung nach Tiefentladung, nach unvollständigen Ladungen und vorbeugend einmal monatlich.
- Batterie nicht länger als einen Tag entladen stehen lassen. Bei längerer Nichtnutzung geladen, vom Fahrzeug getrennt und trocken bei 15 – 25 °C lagern; monatlich nachladen.
Temperatur im Blick behalten
3. Wartungsplan
| Wartungsarbeit | Intervall |
|---|---|
| Aufladen und Nachfüllen von Wasser | Täglich |
| Inspektion des automatischen Nachfüllsystems | Wöchentlich |
| Inspektion des Airlift-Systems | Wöchentlich / Monatlich |
| Sichtprüfung der Batterie und des Metallgehäuses | Monatlich |
| Überprüfung des Batteriezustands | Monatlich |
| Kontrolle von Temperatur, Füllstand, Kapazität und Elektrolyt | Monatlich |
| Reinigung der Batterieoberfläche und des Metallgehäuses | Monatlich |
| Überprüfung der Verkabelung (25 ± 2 Nm) | Monatlich |
| Inspektion des Ladegeräts und der Peripherie | Monatlich |
| Prüfung des Isolationswiderstands von Batterie und Fahrzeug | Jährlich |
Aufladen und Nachfüllen von Wasser
Wasserstand täglich vor dem Aufladen kontrollieren. Elektrolytstand vor Ende des Ladevorgangs prüfen und bei Bedarf mit deionisiertem Wasser bis zum normalen Stand auffüllen. Der Elektrolytstand darf weder die Oberkante des Verteilers noch die Markierung des Normalstands unterschreiten.
Sichtprüfung von Batterie und Metallkasten
Nach dem Ladevorgang Batterie auf Verunreinigungen und mechanische Schäden prüfen, Metallgehäuse auf Korrosionsspuren kontrollieren.
Kontrolle des automatischen Nachfüllsystems
Prüfen, ob die Anzeigen der Stopfen fest sitzen. Bei Bedarf leicht anklopfen, um sie zu lösen, oder Stopfen entnehmen und reinigen.
Inspektion des Airlift-Systems
Luftanschlüsse und deren Funktionstüchtigkeit prüfen – undichte Schläuche oder defekte Teile sofort ersetzen.
Überprüfung des Batteriezustands
Nach dem Laden und mindestens 2 Stunden Ruhezeit Temperatur, Spannung, Kapazität und Elektrolytstand messen.
Reinigung
Batterien von Staub und Elektrolytresten reinigen. Überläufe im Metallkasten neutralisieren, um Korrosion zu verhindern.
Verkabelung
Verkabelung auf festen Sitz und ordnungsgemäße Funktion prüfen, Schrauben mit 25 ± 2 Nm anziehen.
Isolationswiderstand
Isolation von Batterie und Fahrzeug regelmäßig kontrollieren, um Defekte frühzeitig zu erkennen.
4. Zusätzliche (optionale) Ausrüstung
Automatisches Befüllungssystem
Hält den Elektrolytstand automatisch auf der vorgegebenen Höhe. Spezielle Stopfen mit Belüftungslöchern lassen Ladegase entweichen; Ventil und Schwimmkörper regeln den Wasserdurchfluss und schließen bei korrektem Füllstand. Nachfüllen immer mit deionisiertem Wasser 1 – 2 Stunden vor Abschluss des Ladevorgangs. Wasserdruck 0,2 – 0,6 bar, Tank und Rohrleitungen vor Inbetriebnahme prüfen, Wasserzufuhr nach dem Nachfüllen abschalten.
Airlift-System
Verhindert die Schichtung des Elektrolyten und sorgt durch Lufteinleitung für eine gleichmäßige Ladung. Besonders sinnvoll bei intensiver Nutzung, hohen Raumtemperaturen und kurzen Ladezeiten. Erfordert ein Ladegerät mit integrierter Luftpumpe; das System regelmäßig auf Luftlecks prüfen.
Batterie-Überwachungssystem
Erfasst Ladungen, Entladungen, Kapazität, Temperaturen und Elektrolytstand. Die Daten werden am Gerät an der Batterie gespeichert und drahtlos an einen Computer übertragen. So werden Probleme früh erkannt, fehlerhafte Nutzung dokumentiert, Energie gespart und die Lebensdauer verlängert.
CE-Konformitätserklärung
Wir, SIGA Batteries GmbH, Casterfeldstr. 66–72, 68199 Mannheim, Deutschland, erklären, dass alle Gabelstaplerbatterien der Verordnung (EU) 2023/1542 entsprechen.
Tel. +49 (0)621 / 4907730 · info@siga-batterien.de · Stand: 08/2023
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